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10. Sächsische Geographieolympiade – Jubiläum einer Erfolgsgeschichte

Anklicken für die BilderstreckeNach 10 Jahren ist die Feststellung berechtigt, dass die Sächsische Geographie-Olympiade zu den anerkanntesten und erfolgreichsten Wettbewerben des Freistaates Sachsen gehört, an dem sich in diesem Schuljahr 86 % (!) aller Oberschulen beteiligten.

Zur Jubiläumsveranstaltung am 7. Januar 2015 in der Industrie- und Handelskammer in Dresden konnten zahlreiche Vertreter des SMK, der SBA sowie deren Regionalstellen Dresden, Chemnitz, Bautzen und Zwickau begrüßte werden.
Herr Köhler, Geschäftsführer Bildung der IHK, hieß in seinem Grußwort die Teilnehmer der Veranstaltung als gern gesehene Gäste in seinem Haus willkommen.
Frau Reis, Referentin der SBA Dresden, spannte in ihrem originellen Beitrag einen interessanten Bogen von der Geschichte vom kleinen Prinzen zum Anliegen der Sächsischen Geographieolympiade.
Die erste Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen im Verband Deutscher Schulgeographen e. V. Frau Reutemann verdeutlichte den 30 „jungen Geographen“ der Klassenstufen 7 und 10 (davon leider nur 4 Mädchen), dass schon allein ihre Teilnahme bereits ein Erfolg ist. Schließlich hatten sie sich in den bisherigen drei Wettbewerbsstufen gegen 14 809 Schüler aus 239 von insgesamt 277 verschiedenen Oberschulen durchgesetzt.

Traditionell haben die Finalisten die Vorstellung ihres Schulstandortes mit der Kennzeichnung an der stummen Karte unseres Freistaates verbunden.
Wie immer wurden im Endausscheid anspruchsvolle Aufgaben aus den Bereichen Allgemeinwissen, Topographie und komplexes geographisches Wissen gelöst.

In der Klassenstufe 7 waren z.B. Höhenstufen in den Alpen zu bestimmen, Fehler in einem Text zur Eiszeit zu finden und zu berichtigen sowie Kenntnisse in der Arbeit mit dem Maßstab nachzuweisen. Bei den Aufgaben zur Topographie mussten die Schüler für Skopje, Ebro oder Poebene die Fragen „Was bin ich? In welchem Land liege ich?“ beantworten. Im Bereich Denksport wurde u. a. nach den Gründerstaaten der EU und dem Begriff Serpentinen gefragt.
Die Schüler der Klassenstufe 10 hatten z. B. ein Klimadiagramm zu zeichnen und auszuwerten, Landwirtschaftsgebiete mit typischen Anbauprodukten zu nennen und das Wirken exogener und endogener Kräfte zu erläutern.
Das topographische Wissen war mit dem Nennen und Eintragen von Rekorden der Erde in eine stumme Karte nachzuweisen.
Zu den Denksportaufgaben gehörte z. B. den bedeutendsten Kanal Europas zu bestimmen, das am längsten zugefrorene Meer zu nennen, die Anzahl der Weltbevölkerung anzugeben und „Tenno – Kaiser“ dem richtigen Land zuzuordnen.
Während die Finalisten angestrengt ihre Aufgaben bearbeiteten, hatten die Gäste die Möglichkeit, zwei hochinteressante Vorträge zu besuchen:
Herr Dr. Wiedenfeld, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes Mineralische Rohstoffe e. V. hat unter dem Thema „Sachsen steinreich“ mit umfangreichen Fakten die wirtschaftliche Bedeutung der Steine- und Erden-Rohstoffe in Sachsen nachgewiesen. Wenige Beispiele seien hier genannt:

  • In Sachsen gibt es mehr als 330 aktiven Steine-Erden Gewinnungsstellen.
  • Jährlich werden 35 – 40 Millionen Tonnen Steine und Rohstoffe im Freistaat gewonnen (davon z. B. 3 Mio. t Kaolin, 13 Mio. t Sand und Kies, 19 Mio. t silikatische Hartgesteine)
  • Der jährlicher pro Kopf-Verbrauch an Steine- und Erden-Rohstoffen in Sachsen liegt bei über 9 Tonnen.

Beeindruckt waren die Zuhörer auch vom Nachweis des Zusammenhangs von Abbaustätten und Biodiversität. Mehr als 65 % der Brutplätze des im Freistaat fast ausgestorben Uhus finden sich inzwischen in Steinbrüchen der Steine- und Erden-Industrie.

Herr Redlich, Sachgebietsleiter der MIBRAG hat in seinem Vortrag nachgewiesen, dass die Verstromung der Braunkohle mittelfristig Bestandteil der Energiewende bleiben wird und umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen schon mit der Genehmigung des Kohleabbaus festgeschrieben werden. Am Beispiel des Großstolpener Sees wurde aufgezeigt, dass sich Braunkohlenabbau und Umwelt-schutz einander nicht ausschließen.

Nach der konzentrierten Arbeit an den drei Aufgabenkomplexen konnten die Finalisten sich bei einem Imbiss stärken und anschließend gemeinsam mit ihren Fachlehrern bei einer thematischen Fahrt mit dem „Lottchen“ unsere Landeshaupt-stadt aus einem neuen Blickwinkel kennenlernen. Neben vielen Informationen zur Stadtgeschichte erfuhren sie dabei, dass auch ein Elefant schon einmal mit der Straßenbahn gefahren ist.

Mit großer Spannung erwarteten alle Teilnehmer die Abschlussveranstaltung.
Die Siegerehrung der Klassestufe 7 wurde vorgenommen von Herrn Milke (SMK) und Frau Kindermann (SBAB). Als Beste wurden geehrt:
1. Leon Geuthel Paul-Guenther-OS Geithain
2. Elias Rößiger Freie OS Waldenburg
3. Maria Schramm OS im Lossatal

Die Urkunden und Sachpreise der Gewinner der Klassenstufe 10 wurden durch Herrn Köhler (IHK) an folgende Schüler überreicht:
1. Marius Bastian OS “Geschwister Scholl“ Krauschwitz
2. Maurice Öhlert OS „Werner Seelenbinder“ Bad Lausick
3. Isabel Friedrich OS Kreischa

Dank gilt vor allem dem SMK sowie den Sponsoren der Schulbuchverlage Westermann und Klett für die ansprechenden Geschenke.

Es ist eine gute Tradition, dass nach den Schülern auch die Fachlehrer der besten sächsischen Geographen geehrt werden. Mit ihrer soliden Arbeit haben auch sie Anteil an den erreichten Ergebnissen.

Diese Wertschätzung bekräftigte auch Frau Lehmann (Referentin, SMK) in ihren Abschlussworten und beglückwünschte im Auftrag der Staatsministerin Frau Kurth alle Teilnehmer des Endausscheides.

Die Schülerband „Solefire“ der Kurfürst-Moritz-Schule Moritzburg hat die Preisver-leihung mit einem bravourösen Auftritt umrahmt. Mit großem Applaus bedankte sich das Publikum und würdigte so die hervorragenden Interpretationen der ausgewählten Songs.

Für die teilnehmenden Fachlehrer war der Endausscheid wieder eine gute Gelegen-heit, Erfahrungen auszutauschen. Dabei hat sich erneut gezeigt, dass unser Wettbe-werb motivierend nicht nur auf die Schüler sondern auch auf ihre Lehrer wirkt. „Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder“ - bringt dies deutlich zum Ausdruck.

Die öffentliche Wertschätzung unserer Sächsischen Geographieolympiade zeigte sich auch in der Anwesenheit der Pressevertreter von der Morgenpost, Radio PSR und des MDR- Fernsehens, der mit einem Beitrag im Sachsenspiegel über den Endausscheid informiert hat.

Ein Bericht über die Veranstaltung wäre ohne ein herzliches Dankeschön an die „Macher“ unvollständig. Die große Eisatzbereitschaft der Fachberater, die von der Erstellung der Aufgaben bis zur organisatorischen Absicherung der vier Wettbewerbsstufen eine umfangreiche Arbeit leisten, ist die Grundlage für den Erfolg der sächsischen Geographieolympiade. Einen besonderen Anteil hat dabei Frau Carola Schön, die mit einem bewundernswerten Engagement seit Jahren als Hauptverantwortliche den Wettbewerb organisiert.

Vielen Dank!

Günter Russ

Fachlehrer für Geographie

Geschwister Scholl OS Auerbach

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