VDSG-Sonderpreis geht an Nicolas Lentes (Bad Kreuznach) 25 Jahre BundesUmweltWettbewerb – Bundesfinale auf Gut Herbigshagen (Duderstadt)

Bereits zum 25. Mal fand das Bundesfinale des BundesUmweltWettbewerb (BUW) statt, in diesem Jahr erneut in Duderstadt auf Gut Herbigshagen, dem Zentrum der Heinz-Sielmann-Stiftung. Ziel des Wettbewerbs ist die Förderung junger Talente im Umweltbereich. Hauptpreise erhalten Arbeiten, die von der Jury als hervorragend bewertet wurden; sowohl Kreativität als auch Interdisziplinarität haben dabei einen hohen Stellenwert. Mit Sonderpreisen werden Arbeiten berücksichtigt, die sich u.a. mit einer besonderen Leistung in einem Teilbereich bzw. einer Fachdisziplin auszeichnen. Förderpreise dienen der Projektfortführung und sollen zur nochmaligen Teilnahme am BUW ermutigen.

Die Haupt- und Sonderpreise wurden in diesem Jahr in Anwesenheit der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt überreicht. Sie betonte in ihrem Grußwort, wie wichtig es ist, wenn sich Jugendliche für die Themen Umweltschutz und nachhaltiges Handeln interessieren und Ideen entwickeln. Sie dankte allen Betreuerinnen und Betreuern, deren Schulen, aber auch den beteiligten Unternehmen und Institutionen für die umfangreiche Unterstützung. Außerdem würdigte sie das 25jährige Jubiläum des BundesUmweltWettbewerbs, dem im Bereich der deutschlandweiten Wettbewerbe gerade auf Grund seiner speziellen Ausrichtung eine große Bedeutung zukommt, denn alle im Rahmen des Bundesfinales ausgezeichneten Arbeiten wurden dem Wettbewerbsmotto „Vom Wissen zum nachhaltigen Handeln" mehr als gerecht.

Den Sonderpreis des Verbands Deutscher Schulgeographen (VDSG) für eine bemerkenswerte Leistung, die aus dem Geographieunterricht erwachsen ist, erhielt Nicolas Lentes (Staatliches Gymnasium an der Stadtmauer, Bad Kreuznach) für seine Arbeit „Lokale Städtische Wärmeinseln - ein Klimaproblem?". Dass Städte meistens wesentlich wärmer sind als ihr Umland und sie deshalb als Wärmeinseln bezeichnet werden, ist hinlänglich bekannt. In seinem Projekt unternahm Nicolas Lentes den Versuch, dieses Phänomen um die Theorie der Lokalen Städtischen Wärmeinseln (Local Urban Heat Islands) zu erweitern. Diese Hot Spots erwärmen sich besonders in den Sommermonaten noch weitaus stärker als die übrigen Teile der Stadt. Ursachen dafür sind beispielsweise große versiegelte Flächen sowie fehlende Beschattungen und eine geringe Luftbewegung. Derartige Wärmeinseln haben als Folge eine hohe thermische Belastung und eine höhere Luftverschmutzung, was dann auch zu Erkrankungen führen kann. Durch Messungen im Innenstadtbereich von Bad Kreuznach stellte sich heraus, dass sich eine solche Lokale Städtische Wärmeinsel im Bereich des Bad Kreuznacher Bahnhofs befindet. Von einer großen selbst erhobenen Datenmenge ausgehend, führte der Umweltforscher in seiner Arbeit umfangreiche dreidimensionale Analysen durch, um damit gezielte und effiziente Lösungsmöglichkeiten anbieten zu können. Diese Ergebnisse sind leicht auf andere urbane Räume übertragbar. Die Jury war besonders beeindruckt von dem innovtiven Versuch einer räumlich differenzierten dreidimensionalen Kartendarstellung, auf Grund derer von der Stadt Bad Kreuznach bereits konkrete Verbesserungsmaßnahmen (z.B. Baumpflanzung, zukünftige Begrünung) durchgeführt bzw. geplant wurden. Der Verband Deutscher Schulgeographen (VDSG) freut sich über diesen schönen Erfolg und gratuliert dem Preisträger auf diesem Wege sehr herzlich.

Die Teilnahme am BundesUmweltWettbewerb ist möglich für Schülerinnen und Schüler aller allgemein- und berufsbildenden Schulen, Jugendgruppen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Freiwilligendiensten wie dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) und dem Bundesfreiwilligendienst (BFD). Die Organisation des Wettbewerbs erfolgt vom Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) an der Universität Kiel. Der Träger des Wettbewerbs ist das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Wettbewerbsrunde 2015/16 hat bereits begonnen. Einsendeschluss für die frei wählbaren Themen ist der 15. März 2016; die Anmeldung sollte sobald wie möglich erfolgen. Projektbeispiele, Anmeldung und Leitfaden des Wettbewerbs mit detaillierten Informationen sind erhältlich unter www.bundesumweltwettbewerb.de oder bei den Landesbeauftragten für den BUW in den jeweiligen Bundesländern.
Volker Huntemann